Tanken mit Ethanol

Das DR-650 Technik Forum
Antworten
flyingmind
Ist öfters hier
Ist öfters hier
Beiträge: 37
Registriert: 01 Sep 2006 00:00
Kontaktdaten:

Tanken mit Ethanol

#1 

Beitrag von flyingmind »

 Themenstarter

Hallo Leute,
hat von Euch schon mal jemand Erfahrungen mit Ethanol gemacht? Nicht beim selber trinken, sondern beim Tanken der DR?
Grund für mein Interesse, in meiner Umgebung hat eine Ethanoltankstelle aufgemacht, 110 Oktan, wohl etwas mehr Leistung...

Da in anderen Ländern Ethanol ja schon längts angeboten wird und teils nur auschließlich erhältlich ist, stellt sich bei mir dir Fragen:
1) Verträgt das der Motor und die Gummiteile, die bei der DR verbaut sind?

2) Muss die Vergaserbedüsung angepasst werden? Wo bekommt man auf die Schnelle verschiedene Bedüsungen versuchsweise her?
3) Auf was ist sonst noch zu achten?

Wäre super, wenn Ihr mir Eure Gedanken und Bedenken dazu äußert. Vielleicht hat sogar schon jemand auf einer Tourreise Erfahrungen damit gesammel.

Grüße Daniel
BDW Hohenlohekreis
conny19381
Fühlt sich wie zu Hause
Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 369
Registriert: 01 Feb 2003 00:00

Re: Tanken mit Ethanol

#2 

Beitrag von conny19381 »

Ich habe schon mehrfach das reine Ethanol aus unserem Labor
benutzt, allerdings war immer noch ein rest benzin im tank,
der das ganze vermischt hat. das material hats vertragen, auch
der acerbis tank. habe meinen chemie dok bzgl. der verträg-
lichkeit zwischen polyethylen (acerbis) und ethanol gefragt.
keine bedenken! außerdem habe ich einige dichtungen vorher
experimentell tagelang in kösung liegen lassen, nix passiert.
da das ethanol sauberer verbrennt als benzin, aber einen
geringeren brennwert hat, daher muss die bedüsung ge-
ändert werden und der verbrauch steigt um ca. 10-15%.
Also wenn du so ne Tankstelle um die Ecke hast, könntest
du erstmal ein gemisch tanken und schrittweise zu reinem
alk. übergehen. wie sind denn die preise so?
ehem. SP44B EZ 4/'92, jetzt KTM 950 Adventure S
flyingmind
Ist öfters hier
Ist öfters hier
Beiträge: 37
Registriert: 01 Sep 2006 00:00
Kontaktdaten:

Re: Tanken mit Ethanol

#3 

Beitrag von flyingmind »

 Themenstarter

SO, nun mein erster Erfahrungsbericht mit Ethanol.
Das E85, also mit 85% Ethanol verträgt sie bei den witterungsbedingungen im Späterherbst nicht. Anlauf ist zwar kein Problem, aber die Vergaserabstimmung kommt da auf die Schnelle nicht hinterher. Dafür wäre eine rundum fettere Einstellung nötig. Gasannahme ist dementsprechend gleich null. Nachdem ich das ganze dann so Stück für Stück mit SuperBenzin verdünnt habe, hat es dann auch mit der Gasannahme besser geklappt. So ab einer Mischung von 50/50 geht es dann fast ohne Ruckeln.
Zum Vergasereinstellen benötigt man aufgrund der sowieso sehr sauberen Verbrennung von Ethanol(ohne Ruß) einen CO-Tester, bzw Lambdasonde. Denn am Kerzenbild hat sich während der Fahrversche nichts geändert. Es könnte aber auch sein, dass die Ursache weniger das magere Gemisch ist, sondern vielmehr die schlechtere Zündwilligkeit unter 13°C. So warm war es gestern nämlich nicht. Werde das ganze dann wohl nochmals im Frühjahr bei wohligen Temperaturen versuchen, und Euch nochmals davon berichten.

Achso, preislich, lohnt sich die Sache wohl eher nicht. 0,96€/l und der Mehrverbrauch... Aber das gewissen, erstens regenerativen Kraftstoff mit zu verwenden und zweitens den Ölmultis nicht das Geld in den Rachen zu stopfen wäre es mir wert.

Weiteres Potenzial:
für hochgezüchtete Motoren wäre ds echt super++++, 110 Oktan hat das Ethanol. Dazu müsste man aber dann auch die Zündung (ZZP) verstellen können, was ja bei der CDI etwas schwer ist (oder täusche ich mich da?)

Angebliche Korossionsprobleme:
Conny hatte die Kunststoffteile schonmal in Ethanol eingelet und konnte keine Veränderung feststellen.
Den Tank, würde ich nicht über den Winter damit stehen lassen, aber das wäre nur reine Vorsicht...

Für weiter Anregungen und Tips bin ich gerne offen. Wer darüber wietere Informationen sucht, findet diese unter www.E85.de und unter dem Suchbegriff Bioethanol in google...

Bis dann, viele Grüße Daniel
BDW Hohenlohekreis
conny19381
Fühlt sich wie zu Hause
Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 369
Registriert: 01 Feb 2003 00:00

Re: Tanken mit Ethanol

#4 

Beitrag von conny19381 »

wer das E85 den winter über im stahltank lassen möchte,
muss kochsalz zur konservierung in den tank schütten.
(insider wissen natürlich was gemeint ist...)

meine versuche bzgl. ethanol habe ich im sommer gemacht, die
mischung hierbei entsprach etwa 20-40%,was daniels erfahrung
ähnelt. einen anstieg des verbrauchs konnte ich auch fest-
stellen. evtl. könnte man mit einer umbedüsung und anderen
(kälteren???) zündkerzen bessere ergebnisse erzielen.
vielleicht beteiligen sich noch ein paar leute an unserem
versuch.

Wenns klappt fahre ich nur noch EcoDuro
ehem. SP44B EZ 4/'92, jetzt KTM 950 Adventure S
Benutzeravatar
Ulf
Moderator
Moderator
Beiträge: 1869
Registriert: 01 Feb 2006 00:00
Wohnort: Hahn

Galerie

Re: Tanken mit Ethanol

#5 

Beitrag von Ulf »

Moin,
umbedüsen ist jedenfalls erforderlich...
Das optimale Lambda Massen Verhältnis liegt bei Benzin bei 14,7:1.
Bei Ethanol ist's 9:1
Man muss also erheblich mehr Flüssigkeit durch die Düse bringen.
Das die Maschine nicht gut anspringen wollte, liegt also daran, dass das Gemisch zu mager war.
Besonders wenns nicht so warm war. Falls die Alc-Viskosität und Dichte ähnlich der von Benzin ist,
müsste statt einer 140er Düse circa eine 180er eingesetzt werden.
Das Ethanolzeug sollte bis etwa -15 Grad startbar sein.
Die neu auf dem Markt erschienen FlexFuel Fahrzeuge erkennen über Sensoren die Spritzusammensetzung.
Z.B. per Klopfsensor und passen über die Motorsteuerung Zündzeitpunkt und Einspritzmenge an.
Weiterhin sind deren Ventile und Sitzringe aus härterem Stahl.
Das bedeutet die DR muß umgerüstet werden, sonst kaputt.
Ausserdem kann der Bock dann nicht mit mehr normalem Sprit gefahren werden, weil dann viel zu fett
- damit gibt es Versorgungslücken, es sei denn man hat einen Schnellwechselvergaser ;-)
Das Ethanoltankstellennetz ist halt nicht so dicht und das Mopped braucht deutlich mehr Saft.
Die Sache ist also mit einer Einspritzanlage viel einfacher zu erledigen.
Programmierbar muß sie nicht zwangsläufig sein, da die Einspritzmenge auch mit
gefälschten Temperaturwerten geändert werden kann (ein Poti und oder Schalter in der Temp.Sensorleitung ist da hilfreich).
Find der Blaukittel interessant aber nicht gut.
Weil ich nu auch keine Salatöl Enfield fahren will, hab ich den Gedanken ans ÖkoBike erstmal abgeheftet.
(Trotz Umweltschutztechniker, schnief)
Gruß Ulf, wieder Ritter Wendehals von Zehnprozent
Beta 4.0 = DR auf italienisch
W800 Eisenhaufen
Irgendwas geht immer 8)
Antworten